Gedenkkonzert an Oberstleutnant Richárd Fricsay

2013-11-25 hungary
Author: László Vastagh
Gedenkkonzert an Oberstleutnant Richárd Fricsay

Für lange Zeit wurden durch ein musikalisches Erlebnis all die Zuschauer bereichert, die am 29. November 2013 teilnahmen am Gedenkkonzert an Richard Fricsay teilnahmen, welches Ferenc Szabo dirigierte. Das nicht alltägliche Konzert wurde organisiert vom ungarischen Nationalmuseum in Budapest, dem Richard Fricsay Verein der Armee für die Bewahrung von Brauchtum der Militärmusik und von der ungarischen Armee „vitéz Szurmay Sándor Garnison Brigade“. Schirmherr des Konzertes war der Brigadengeneral, István Szabó Kun, Garnisonskommandant der Stadt Budapest. Richard Fricsay (1867-1945). Der damalige ausgezeichnete Dirigent war eine herausragende Persönlichkeit der ungarischen Militärmusik, dessen kulturelles Schaffen bis heute in der ungarischen Armee zu spüren ist. Trotz seiner märischen Herkunft hat er sich durch und durch als Ungar gefühlt und sah es als seine Pflicht, den Wert der ungarischen Musikkultur zu pflegen, was sein Schaffen als Komponist und Dirigent zeigt. Sein Leben drehte sich um die ungarische Militärmusik, wovon seine Auszeichnungen und positiven kritischen Äußerungen der Zeitgenossen zeugen. Der ausgezeichnete Dirigent hat mehrere Musiker Generationen zur Liebe der Militärmusik aufgezogen.

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Er hat fast ein halbes Jahrhundert lang seinem selbst gewählten Land und der ungarischen Armee gedient. Es war eine sehr noble Geste, dass Márta Fricsay, die in der Schweiz lebende Enkelin von Richard Fricsay, die bronze-Büste des Großvaters dem Orchester geschenkt hat. Die von Frau Fricsay auf Deutsch gehaltene Rede hat ihr Mann, der mit 16 Jahren Ungarn verlassen hat, auf perfektes Ungarisch übersetzt.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Es ist meinem Mann und mir eine besondere Freude und Ehre erneut dem jährlichen Gedenkkonzert für meinen Grossvater Richard Fr. sen. beiwohnen zu dürfen.

 

Erlauben Sie mir mich zuerst vorzustellen; - ich heisse Marta Dobay-Fricsay und bin die Tochter von Ferenc und die Enkelin von Richard Fricsay sen. Eine besondere Aufgabe für den heutigen Anlass hat mir mein ältester Bruder Ferenc anvertraut – Ferenc Fricsay jun. lebt seit vielen Jahren in Thailand. Er hatte sich vorgenommen Ihrem Orchester, bzw. dem Verein zur Erinnerung an Richard Fricsay eine Bronze-Büste unseres Grossvaters persönlich als Geschenk zu übergeben.

 

Doch leider hat seit einiger Zeit mein Bruder Ferenc gesundheitliche Probleme und kann die weite Reise in absehbarer Zeit nicht antreten. So hat mich Ferenc gebeten die Büste heute in seinem Namen zu überreichen. Mit seinem Ge-schenk setzt er ein persönliches Zeichen um Ihnen Dank zu sagen für Ihre an-haltende Wertschätzung gegenüber der musikalischen Leistung von Richard Fricsay sen.

 

Die Wertschätzung im jährlichen Gedenkkonzert, ebenfalls die Aufführung seiner Kompositionen,  die Grabpflege und das Zusammentragen unzähliger Fakten und Bilder, berühren das Herz meines Bruders, das meine und der ganzen Familie sehr. Zu gerne stünde Ferenc jetzt vor Ihnen um Ihnen all das zu sagen, dabei in die Augen zu schauen und die Hand zu schütteln.

 

Er hat mich beauftragt seine Hochachtung  und Dank auszusprechen.

 

Zur Eröffnung des Gedenkkonzerts wurde Richard Fricsays „der schöne Plattensee“ gespielt gefolgt von Verdi und Wagners Werken sowie abgeschlossen durch James Barnes 3. Symphonie. Vom Applaus des Publikums zu urteilen gewann das Konzert die Begeisterung des Zuschauers in vollem Maße und steigerte die Anzahl von Militärmusik Fans. Die Militärmusik stärkt unser Berufsbild, unsere künstlerische Arbeit und bereichert das musikalische Leben. All dies dient dazu, die Verständigung zwischen Armee und Zivilbevölkerung zu verbessern. Dieser mehrere hundert Jahre alte Musikdienst hat viele legendäre Persönlichkeiten hervorgebracht. Oberstleutnant Richárd Fricsay hat mit seinen fast 50 jährigen ausgezeichneten professionellen Erfolgen die ungarische als auch militärische Musikkultur geprägt. Das Konzert hat gleichzeitig ein Memorandum für den Leiter des Militärmusikdienstes als auch für die letzten Jahrhunderte der Militärmusik gestellt.

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